CODIV-19: Steigerung des Impftempos dringend notwendig

  • 02.09.2021
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Policy Brief des Prognose-Konsortiums: Knapp 1 Million zusätzliche Erstimpfungen 4.Welle zu bremsen

Während die COVID-19 Fallzahlen stetig steigen, sinkt in Österreich das Impftempo. Angesichts dieser Dynamik hat das COVID-Prognose-Konsortium seine Situationseinschätzung vom 8.7.2021 aktualisiert. Das COVID-Prognose-Konsortium des Gesundheitsministeriums besteht aus Experten der Technischen Universität Wien/DEXHELPP/dwh GmbH, der Medizinischen Universität Wien/Complexity Science Hub Vienna (CSH) und der Gesundheit Österreich GmbH.

Das Konsortium ging in seiner Lageeinschätzung (Policy Brief) im Juli im Worst Case davon aus, dass die Impfgeschwindigkeit auf 40% (gegenüber Juni 2021) sinkt. Im Juni wurden täglich 37.200 Personen durchschnittlich geimpft. Im August fiel dieser Durchschnittswert jedoch auf nur 6.100 Personen. Dies entspricht einer Impfgeschwindigkeit von nur mehr 16%! Das Infektionsgeschehen hingegen verlief im Sommer 2021 im oberen Bereich der erwarteten Schwankungsbreite. Daher wurden ein Update der formulierten Szenarien zur Durchimpfung der Bevölkerung vorgenommen, um die Langfristsimulationen auf Basis der aktuellen Rahmenbedingungen zu aktualisieren.

Das gesamte Update des Policy Briefs kann auf der Webseite des Gesundheitsministeriums heruntergeladen werden.

Zusammenfassung im Überblick

  • Entscheidend wird sein, ob die dämpfenden Faktoren (Durchimpfungsrate, Durchimpfungstempo und Schutzmaßnahmen) oder die treibenden Faktoren (erhöhte Infektionsrate der Delta-Variante, Effekt der Saisonalität) überwiegen.
  • Eine Steigerung des Impftempos um knapp 1 Million Erstimpfungen in den kommenden 12 Wochen würde eine 4. Welle deutlich früher zum Abflachen bringen.
  • Inzwischen lässt sich auch der Impfschutz für die Delta-Variante auf Datenbasis beurteilen. Mit zwei Impfungen besteht ein 96%-Schutz gegenüber dem Risiko einer Hospitalisierung.
  • Durch die hohe Schutzwirkung der Impfung vor Infektion nach Vollimmunisierung (80 %) wird das Fallgeschehen von den Nichtgeimpften dominiert.

Downloads (via Gesundheitsministerium)